Dass die CSU nicht die schwulenfreundlichste Politik im Lande verfolgt, ist wohl hinreichend bekannt. Aus den (CSU-typischen) Äußerungen eines Herrn Norbert Geis aus Bayern eine Staatsaffäre zu machen, ist – wir haben noch 7 Wochen – nicht mehr als Wahlkampfgetöse.
Im Licht der Ereignisse auf dem diesjährigen CSD wedelt der Schwanz wieder mal mit dem Hund:
so erklärte Ingo Pohl vom Landesverband Nord der Schwulen und Lesben in der Union anfang der Woche, dass ein prominentes Schwuso-Mitglied “einen Nazivergleich” gegen CDU-Anhänger herangezogen haben soll, da diese am Schwuso-Stand kein Infomaterial entgegen genommen hätten: “Auf Nachfrage was der Schwuso über schwule CDU Mitglieder denke bekamen die drei die unglaubliche Antwort: ‘Hier bin ich total intolerant. Das ist ja so, wie wenn die Juden früher Nazis gewählt hätten.’ “
Soweit. Wenn Ingo Pohl bemerkt, dass Kahrs den Wahlkampfstil der Schwusos “dermaßen undifferenziert und aggressiv” präge, so wirkt die Äußerung Johannes Kahrs’, “dass Schwule und Lesben außer Beleidigungen nichts von den konservativen Parteien zu erwarten haben” wie eine Trotzhaltung.

Die Hamburger Schwusos sehen das alles anscheinend nicht so tragisch, sondern hoffen dass sich die CDU der Bundesratsinitiative zur Änderung von Artikel 3 Grundgesetz (Gleichberechtigung) anschließen wird.
Wie ernst es die Schwusos selbst mit ihrem Anspruch auf politische Repräsentanz einer gesellschaftlichen Gruppe geht, beweist schon ihr differenziertes Wahlkampf-Vokabular: “Liebt euch, wir kümmern uns um den Rest” und “Wird der flotte 3er nicht zum Gangbang?”. Soll heißen – für den, der queere Politik nicht zuerst als sprach-pornographische Selbstbetätigungsbühne versteht: “kann die Änderung des Artikel 3 Grundgesetz (in Hamburg) zusammen mit Grünen und CDU initiiert werden?”
** Grabinschrift des schwulen Vietnam-Soldaten Leonard P. Matlovich in Washington D.C.




