Archiv für die Kategorie ‘Filz’

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Netzwerk oder Hydra? Teil 2: Europaunion Hamburg

9. August 2009

Mit der Übernahme der Europaunion Hamburg hat die Clique von Johannes Kahrs einen bemerkenswerten Coup hingelegt. War der Hamburger Landesverband der Europaunion 21 Jahre lang in der Hand des CDU-Europaabgeordneten Georg Jarzembowski, so wurde er im Jahr 2006 nach der alten Methode der Überschwemmung erobert.

Kurz vor der Wahl des Landesvorstands 2006 traten also 120 neue Mitglieder (mit SPD-Parteibuch) der Europaunion bei und wählten kurzerhand Jarzembowski ab und den langjährigen Mitarbeiter Kahrs’ Thomas Stölting zu ihrem Vorsitzenden. Stölting ist bis dato kaum als “Europapolitiker” in Erscheinung getreten.

Stölting kann man mit Fug und Recht nicht nur als Intimus Kahrs’ bezeichnen, sondern auch als U-Boot im Dienste seiner Majestät.

T. Stölting

Als “Landesvorsitzender” der Hamburger Europaunion stünde ihm ja nun auch ein angemessener Platz in der Mitte der ganzen Europapolitiker zu, so die offizielle Doktrin. Hinter vorgehaltener Hand gilt die Bestrebung, Stölting zum Europaabgeordneten zu machen als Versorgungsposten eines Altgedienten – sozusagen eine gutbesoldete Abschiebung nach Brüssel.

Nun, Stölting scheiterte zweimal auf dem Weg ins Europäische Parlament. So verlor er im August 2008 sowohl die Abstimmung zur Spitzenkandidatur zur Europawahl 2009 der Schleswig-Holsteinischen SPD (!) mit 5 von 90 Stimmen bei drei Bewerbern, nachdem er bereits im Juli 2008 bei der Hamburger SPD mit 152 zu 186 Stimmen gegen den ASB-Geschäftsführer Knut Fleckenstein unterlag.

Neben so viel toller Europapolitik (den jährlichen Europamarkt auf dem Gänsemarkt nicht zu vergessen!) ist Thomas Stölting – wen wunderts – Bezirksabgeordneter in Hamburg-Mitte sowie Ortschef der Nord-St.Paulianer in Hamburg-Mitte.

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Netzwerk oder Hydra? Teil 1: Arbeiterwohlfahrt (AWO) Hamburg-Mitte

9. August 2009

Netzwerke sind wichtig in der Politik. Kein Zweifel. Für die Sozialdemokraten gilt dies seit jeher. Angefangen hat dies mit den sogenannten Arbeiterselbsthilfe-Vereinigungen.

Heute gilt z.B. der ASB als sozialdemokratische Domäne, auch wenn dieser vorgeblich als unparteiliche Organisation gegründet wurde. Bei der Arbeiterwohlfahrt (AWO) ist dies historisch in der Hinsicht zumindest eindeutig.Sie wurde 1919 unter dem Namen Hauptausschuss für die Arbeiterwohlfahrt in der SPD gegründet.

Die personelle Verquickung zwischen der SPD Hamburg-Mitte und der Hamburger Arbeiterwohlfahrt tritt offen zu tage. So ist der Mitte-Abgeordnete Dirk Kienscherf (Hamm-Borgfelde), der sich mit Johannes Kahrs eine Abgeordnetenbüro-Filiale teilt (nämlich hier), stellvertretender Landesvorsitzender der AWO Hamburg, während Peter Spichale (Kassierer der SPD Billstedt) als Beisitzer fungiert.

Dirk SielmannProminentester Vertreter im Landesvorstand der AWO ist jedoch Dirk Sielmann, der von 1996 bis 2009 Geschäftsführer der Mitte-SPD war – Leitspruch: L’Kreis (sic!) c’est moi – , Vorsitzender der Bezirksversammlung Hamburg-Mitte und Kreisvorsitzender der AWO Hamburg-Mitte ist.

Da verwundert es doch kaum, wenn der Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses Hamburg-Mitte, Johannes Kahrs, den Genossen der AWO für ihre Arbeit ein zusätzliches Salär gewähren möchte. Nur dass dann dazu die über drei Jahrzehnte erfolgreiche Arbeit des Stadtteilprojekts Sonnnland e.V. dran glauben muss, macht die persönliche Wohlgefälligkeit zu einem Filz mit parakriminellem Ausmaß.

Richtig peinlich wird es dann, wenn der Herr Vorsitzende im Verhör bei Herbert Schalthoff auf Hamburg1 meint, die Jugendlichen, die jetzt seit einigen Monaten (dem Sonnenland wurde das Geld vor gut zwei Jahren erst entzogen und jetzt in sehr geringem Maße wieder gewährt) im Kiez Sonnenland Anwohner und Passanten terrorisieren würden, wären ja “keine Jugendlichen mehr, sondern so 24,25,26 Jahre alt”. Als Herr Kahrs Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses wurde, waren diese Jugendlichen 9,10,11 Jahre…

Klick auf das Bild, um zum Video zu gelangen

Kahrs bei Schalthoff

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