Mit der Übernahme der Europaunion Hamburg hat die Clique von Johannes Kahrs einen bemerkenswerten Coup hingelegt. War der Hamburger Landesverband der Europaunion 21 Jahre lang in der Hand des CDU-Europaabgeordneten Georg Jarzembowski, so wurde er im Jahr 2006 nach der alten Methode der Überschwemmung erobert.
Kurz vor der Wahl des Landesvorstands 2006 traten also 120 neue Mitglieder (mit SPD-Parteibuch) der Europaunion bei und wählten kurzerhand Jarzembowski ab und den langjährigen Mitarbeiter Kahrs’ Thomas Stölting zu ihrem Vorsitzenden. Stölting ist bis dato kaum als “Europapolitiker” in Erscheinung getreten.
Stölting kann man mit Fug und Recht nicht nur als Intimus Kahrs’ bezeichnen, sondern auch als U-Boot im Dienste seiner Majestät.

Als “Landesvorsitzender” der Hamburger Europaunion stünde ihm ja nun auch ein angemessener Platz in der Mitte der ganzen Europapolitiker zu, so die offizielle Doktrin. Hinter vorgehaltener Hand gilt die Bestrebung, Stölting zum Europaabgeordneten zu machen als Versorgungsposten eines Altgedienten – sozusagen eine gutbesoldete Abschiebung nach Brüssel.
Nun, Stölting scheiterte zweimal auf dem Weg ins Europäische Parlament. So verlor er im August 2008 sowohl die Abstimmung zur Spitzenkandidatur zur Europawahl 2009 der Schleswig-Holsteinischen SPD (!) mit 5 von 90 Stimmen bei drei Bewerbern, nachdem er bereits im Juli 2008 bei der Hamburger SPD mit 152 zu 186 Stimmen gegen den ASB-Geschäftsführer Knut Fleckenstein unterlag.
Neben so viel toller Europapolitik (den jährlichen Europamarkt auf dem Gänsemarkt nicht zu vergessen!) ist Thomas Stölting – wen wunderts – Bezirksabgeordneter in Hamburg-Mitte sowie Ortschef der Nord-St.Paulianer in Hamburg-Mitte.




