Archiv für die Kategorie ‘Billstedt’

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Netzwerk oder Hydra? Teil 1: Arbeiterwohlfahrt (AWO) Hamburg-Mitte

9. August 2009

Netzwerke sind wichtig in der Politik. Kein Zweifel. Für die Sozialdemokraten gilt dies seit jeher. Angefangen hat dies mit den sogenannten Arbeiterselbsthilfe-Vereinigungen.

Heute gilt z.B. der ASB als sozialdemokratische Domäne, auch wenn dieser vorgeblich als unparteiliche Organisation gegründet wurde. Bei der Arbeiterwohlfahrt (AWO) ist dies historisch in der Hinsicht zumindest eindeutig.Sie wurde 1919 unter dem Namen Hauptausschuss für die Arbeiterwohlfahrt in der SPD gegründet.

Die personelle Verquickung zwischen der SPD Hamburg-Mitte und der Hamburger Arbeiterwohlfahrt tritt offen zu tage. So ist der Mitte-Abgeordnete Dirk Kienscherf (Hamm-Borgfelde), der sich mit Johannes Kahrs eine Abgeordnetenbüro-Filiale teilt (nämlich hier), stellvertretender Landesvorsitzender der AWO Hamburg, während Peter Spichale (Kassierer der SPD Billstedt) als Beisitzer fungiert.

Dirk SielmannProminentester Vertreter im Landesvorstand der AWO ist jedoch Dirk Sielmann, der von 1996 bis 2009 Geschäftsführer der Mitte-SPD war – Leitspruch: L’Kreis (sic!) c’est moi – , Vorsitzender der Bezirksversammlung Hamburg-Mitte und Kreisvorsitzender der AWO Hamburg-Mitte ist.

Da verwundert es doch kaum, wenn der Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses Hamburg-Mitte, Johannes Kahrs, den Genossen der AWO für ihre Arbeit ein zusätzliches Salär gewähren möchte. Nur dass dann dazu die über drei Jahrzehnte erfolgreiche Arbeit des Stadtteilprojekts Sonnnland e.V. dran glauben muss, macht die persönliche Wohlgefälligkeit zu einem Filz mit parakriminellem Ausmaß.

Richtig peinlich wird es dann, wenn der Herr Vorsitzende im Verhör bei Herbert Schalthoff auf Hamburg1 meint, die Jugendlichen, die jetzt seit einigen Monaten (dem Sonnenland wurde das Geld vor gut zwei Jahren erst entzogen und jetzt in sehr geringem Maße wieder gewährt) im Kiez Sonnenland Anwohner und Passanten terrorisieren würden, wären ja “keine Jugendlichen mehr, sondern so 24,25,26 Jahre alt”. Als Herr Kahrs Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses wurde, waren diese Jugendlichen 9,10,11 Jahre…

Klick auf das Bild, um zum Video zu gelangen

Kahrs bei Schalthoff

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Rückblick: Machtpolitik in Billstedt 2008

8. August 2009

Wenn ein Kreisvorsitzender einer großen Deutschen Partei sich auf dem Kreisvorsitz ebenso behaupten will wie auf seinem Bundestagsmandat (von terminlichen Problemen wie den Tätigkeiten in Lobbyvereinen wie dem Förderkreis Deutsches Heer und wehrtechnischer Gesellschaften mal abgesehen), so benötigt er Parteifreunde, auf die man sich verlassen kann.

Wie zum Beispiel auf die der SPD Billstedt. Der Billstedter Ortsverein mit seinen über 400 Mitglieder (über 20% der Gesamtmitgliederzahl) ist da eine besonders wichtige Teilgliederung der Mitte-,  also Kahrs-SPD.

War der Ortsverein schon 2006 nicht unbedingt in sicherer Hand und konnte nur durch rechtswidrige Mitgliederummeldungen gehalten werden, so stand im Frühjahr 2008 erneut die Wahl zu den Vorstandsämtern an.

Die Oppositionellen hätten, wie es in Hamburg seit der Regenschaft Jürgen Echternach (CDU) guter Ton ist, nicht den Hauch einer Chance gehabt, wenn sie nicht durch Neueintritte versuchten, die Machtverhältnisse zu verändern.

In Voraussicht dieses “Putsches” (welch Ironie, wie noch zur genüge bewiesen werden wird), nutzte der Ortsvorstand um den Vorsitzenden Dieter Kauczor im März 2008  sein Satzungsrecht und lehnte alle Neueintritte pauschal ab. Da es sich bei vielen der Eintrittswilligen um türkischstämmige Aleviten handelte, kam schnell der Ruch der Fremdenfeindlichkeit auf (Schlagzeile der BILD, “Wollen Türken den Billstedter SPD-Chef kippen?”).

Dieser Vorwurf ist aber insofern nicht gerechtfertigt, da Kahrs und Co. feindliche Neueintritte jedweden Geschlechts, Nationalität und Körpergröße gleichweg ablehnen zu versuchen würde.

Der Machterhalt für Kauczor, Kahrs und den Neuabgeordneten (und Wingolfiten) Philipp-Sebastian Kühn ist gesichert. Bei der Wahl setzten sich alle Wunschkandidaten durch, die Rebellen zogen sich zurück.

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